
BB Biotech: Deutliche Outperformance nach schwachem Vorjahr
Nach schwierigen Zeiten im Biotechnologiesektor hat die Schweizer Beteiligungsgesellschaft BB Biotech AG 2025 ein deutliches Comeback geschafft. Der Geschäftsbericht weist eine starke Performance, umfangreiche Wertrealisierungen im Portfolio und einen markant gestiegenen Jahresgewinn aus. Im Vergleich zu 2024 und den Jahren zuvor fällt die Verbesserung erheblich aus – sowohl operativ als auch kapitalmarktseitig.
Die Aktie der BB Biotech AG erzielte 2025 eine Gesamtrendite von +34,2 Prozent in Schweizer Franken, +37,0 Prozent in Euro und +53,7 Prozent in US-Dollar. Damit übertraf sie sogar den Nasdaq Biotechnology Index klar, der in US-Dollar um 33,4 Prozent zulegte.
Zum Vergleich: 2024 hatte die Aktie noch zweistellige Verluste verbucht (–13,5 Prozent in CHF, –19,8 Prozent in USD). Auch der Nettoinventarwert (NAV) entwickelte sich 2025 mit +26,5 Prozent in CHF deutlich besser als im Vorjahr, als er in US-Dollar sogar leicht rückläufig war.
Besonders markant fiel der Gewinnsprung aus: Der Reingewinn belief sich 2025 auf 578 Mio. CHF – nach lediglich 76 Mio. CHF im Jahr 2024. Grund dafür war auch ein extrem starker Jahresschlussspurt: Allein im vierten Quartal steuerte das Unternehmen 472 Mio. CHF zum Jahresergebnis bei.
Stabilere Marktbedingungen als Wendepunkt
Ein zentraler Grund für die Verbesserung lag im veränderten Marktumfeld. In den Jahren zuvor hatten steigende Zinsen, ein erschwerter Kapitalzugang und Bewertungsdruck innovationsgetriebene Biotech-Unternehmen stark belastet. 2025 sorgten berechenbarere Finanzierungsbedingungen und eine aufgehellte Anlegerstimmung für eine selektive Erholung.
Investoren richteten ihren Fokus wieder stärker auf Fundamentaldaten – insbesondere auf klinische Reife, solide Bilanzen und absehbare Kommerzialisierungschancen. Davon profitierte das Portfolio von BB Biotech, das gezielt auf fortgeschrittene, differenzierte Programme ausgerichtet ist.
Fünf Übernahmen treiben Wertrealisierung
Ein wesentlicher Performance-Treiber war die hohe M&A-Aktivität im Sektor. Gleich fünf Portfoliounternehmen wurden 2025 übernommen. Besonders zeitnah wirkte sich der Einstieg bei Amicus Therapeutics aus, die kurz darauf eine verbindliche Übernahmevereinbarung mit BioMarin Pharmaceutical meldete. Auch Avidity Biosciences wurde kurz nach Aufnahme ins Portfolio akquiriert, von Novartis für eine Rekordsumme in der Gesamtschau an großen Übernahmen im vergangenen Jahr von rund 14 Mrd. US-Dollar. Der Deal belegte damit global den zweiten Platz in den TOP-10 der größten Übernahmen.
Diese Transaktionen unterstreichen einen strategischen Vorteil gegenüber früheren Jahren: Während der Sektor 2022 bis 2024 unter Kapitalmangel und Zurückhaltung großer Pharmakonzerne litt, nahm 2025 die externe Innovationssuche wieder Fahrt auf. Angesichts drohender Patentabläufe und hoher Liquidität großer Biopharmaunternehmen gewann der Zukauf klinisch reifer Assets strukturell an Bedeutung.
Aktiveres Portfoliomanagement
Neben dem Marktumfeld spielte die interne Weiterentwicklung eine Rolle. BB Biotech hat 2025 Bewertungsmodelle und Kapitalallokation stärker szenariobasiert ausgerichtet und das Risikomanagement geschärft. Der Fokus liegt klar auf Mid- bis Late-Stage-Unternehmen mit validierten Wirkmechanismen.
Das Portfolio ist weiterhin auf führende Titel konzentriert, darunter Revolution Medicines, Argenx SE, Ionis Pharmaceuticals, Vertex Pharmaceuticals und Neurocrine Biosciences.
Zugleich wurde das Portfolio konsolidiert: Beteiligungen wie Macrogenics wurden vollständig veräußert, andere Positionen reduziert. Der selektive Ausbau neuer Engagements in der Onkologie, bei seltenen Erkrankungen und in der Immunologie erhöhte die strategische Qualität des Bestands.
Trotz des Wachstumsfokus bleibt die Ausschüttungspolitik stabil. Seit 2013 zahlt BB Biotech eine Dividende von 5 Prozent des durchschnittlichen Dezemberkurses. Für 2025 wird eine Ausschüttung von 2,25 CHF je Aktie vorgeschlagen – nach 1,80 CHF im Vorjahr.
Im Verwaltungsrat kommt es zu einem Wechsel: Dr. Clive Meanwell tritt nicht mehr zur Wahl an, künftig soll das Gremium aus fünf Mitgliedern bestehen, mit Professor Mads Krogsgaard Thomsen als neuem Vizepräsidenten.
Viele Faktoren führten zum Erfolg
Das deutlich bessere Abschneiden 2025 ist das Ergebnis mehrerer Faktoren: einer zyklischen Erholung des Biotech-Markts, steigender M&A-Aktivität, selektiver Portfoliopositionierung und einer weiterentwickelten Investmentmethodik. Während die Vorjahre von makroökonomischem Gegenwind geprägt waren, profitierte BB Biotech nun von der Rückkehr fundamentaler Bewertungsmaßstäbe.
Ob die Dynamik anhält, hängt maßgeblich von der klinischen Pipeline, regulatorischen Rahmenbedingungen und der Fortsetzung der Konsolidierung im Sektor ab. Für 2025 jedenfalls markiert das Ergebnis eine klare Trendwende gegenüber den schwierigen Vorjahren.

Flinn.ai
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